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Interview

Interview

Neun Fragen an Klaus Gangnus
Dipl.-Kaufmann, Steuerberater,
Geschäftsführer HSP STEUER BERLIN MITTE

Würden Sie jungen Menschen empfehlen Steuerberater zu werden und wenn ja warum / warum nicht?

Die Steuern bedürfen gesetzlicher Regelungen, die interpretiert werden können, so dass wir sowohl auf die Steuer einnehmenden Seite als auch auf die – ausgebenden Seite immer Fachleute brauchen werden. Ein geordnetes Gemeinwesen in Europa ohne Steuern ist meines Erachtens nicht denkbar, das heißt Steuern wird es in aller Zukunft geben. Deswegen brauchen wir Steuerberater.

Worauf sind Sie stolz, was haben Sie gut gemeistert?

Die Verantwortlichkeit für rund 25 Personen inne zu haben, die in unserer Steuerberatungsgesellschaft arbeiten. Ich freue mich darüber, dass meine Leistung, mein Beitrag zum Gelingen des gesamten Werkes akzeptiert wird.

Was war Ihre letzte berufliche Herausforderung? 

Abgesehen davon, dass jeder Tag im Steuerbüro eine berufliche Herausforderung darstellt, gibt es natürlich besondere Aufgaben, die die volle Aufmerksamkeit erfordern. Beispielsweise, wenn es um die Vertretung von Mandanten in Betriebsprüfungen geht, in denen existenzielle Grundlagen des Betriebes in Frage gestellt werden. Wenn es für die Zukunft darum geht, für unsere Auftragsgeber die geeignete Rechtsformen herauszufinden oder wenn ein neuer Rahmen gesucht wird, der für die Ausübung des Betriebes besser ist als den Vorhandene.

Gab es einen Menschen in Ihrer Laufbahn, der für Sie ein Vorbild war und warum?

Ich hatte einen Lehrmeister in meinem ersten Steuerbüro, in dem ich tätig war. Als frischgebackener Steuerberater, der noch nicht so ganz sicher war, wie man mit Mandanten umgeht, wie man sie anspricht, wie man sie behandelt, war ich ganz froh einen Kollegen kennen gelernt zu haben, der mir ganz entscheidende Sätze vermittelt hat und die noch heute bei mir fest verankert sind. Der eine Satz war „Tue Gutes und rede darüber“. Der nächste Satz, der mir spontan einfällt war „Man darf einem Mandanten nur so viel abzuverlangen, dass er nicht bereit ist, einen umzubringen.“

Für welche beruflichen Themen suchen Sie momentan nach Inspiration und Lösungen?

Wir sind seit einiger Zeit mit einem permanenten Mangel an Fachkräften konfrontiert. Auch Inspiration wäre notwendig, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Wir hören oft: Geld allein ist es nicht, die Mitarbeiter müssen sich insgesamt wohlfühlen.

Worauf hatten Sie keine Antwort in der letzten Zeit?

Ich habe nicht das Problem, keine Antwort zu haben. Bei aller gebotenen Selbstkritik bin ich mir natürlich nicht sicher, ob ich immer die richtige Antwort habe. Aber eine Antwort habe ich immer.

Was wird Ihr nächste Projekt / Ziel?

Das wird die Ruhestandsplanung sein und dass in unserem Haus HSP eine Ziel-, eine Wertvorstellung da ist, für die sich alle mit Überzeugung einsetzen.

Lieblingsparagraf und warum?

Ich weiß nicht, ob es so etwas geben kann. Ein Paragraf der mich in meinem Steuerberaterleben jedoch permanent begleitet, ist der §20 Einkommenssteuergesetz. Als ich mein Steuerberaterexamen gemacht habe, hatte der Paragraf vier Absätze und schätzungsweise sechszehn Zeilen. Heute hat der Paragraph zweieinhalb Seiten im Gesetzbuch und ist jedenfalls für ganz viele Berufsangehörige, wenn sie ehrlich sind, nicht mehr durchschaubar.

Größte Innovation der letzten 10 Jahren

Die E-Mail. Vor 40 Jahren habe ich noch das Fax als Innovation des Lebens eingesehen. Heute ist das Fax nicht mehr notwendig. Wir werden sehen, was mit der E-Mail passiert.

Nora Ancheva
n.ancheva@digitastic.de
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